Goscher 

wuah, what an ugly header!

Wieder ein Rätsel gelöst!


Ich hab eindeutig das Falsche studiert.

Seit meiner frühesten Kindheit habe ich mich für Geschichte interessiert, hab hunderte von Büchern über Römer, Ägypter, Germanen, Griechen, die Weltkriege usw. gelesen und hab damit schon in der 6. Klasse ein zweistündiges Referat über den 2. Weltkrieg und den Holocaust gehalten *nerdy*.

Trotz dieser Leidenschaft habe ich mich dann doch für das große Geld (bahaha!) entschieden und “irgendwas mit Medien” - also: OM - studiert, meiner zweitgrößten Leidenschaft.

Ich bin derzeit noch im After-Studium-Landurlaub in Buer (nahe Melle (nahe Osnabrück (irgendwo im Norden))), was unweit von Kalkriese liegt, dem Ort an dem vor ziemlich genau 2000 Jahren die Römer dicke was auf’s Maul gekriegt haben. An dieser Stelle steht ein Museum, das die Varusschlacht medial genial aufbereitet. Auf meiner Langweiler-Tour haben mich Catherine und ihre Freundin Marion begleitet.

Zuerst sieht man nur diesen riesigen, rostigen Metallklotz, eine Analogie zu den eisernen Waffen und Rüstungen der Römer. Für schlappe 4€ hat man Zutritt zum Museum, zum Aussichtsturm und zum großen Park, der gespickt ist mit Informationen zur Varusschlacht und zur Reflektion über Krieg und Frieden einlädt.

Im Museum selbst wird man von Zitaten eines gewissen Stahnke durch die Ausstellung begleitet. Dabei erfährt man vieles über die archäologische Arbeit, die Schwierigkeiten beim Buddeln und die verschiedenen Fundstücke. Dabei gibt es viele Dinge zum Anfassen und Hören. Ein Highlight ist eine Medieninstallation, die einen in die Lage eines römischen Legionärs während der Schlacht versetzt (Stichwort: Immersion). Dabei wackelt auch mal der Boden und man schreckt vom plötzlich einsetzenden Lärm auf, richtig toll :)

Das berühmteste Fundstück von Kalkriese ist die bekannte Gesichtsmaske eines römischen Reiterhelms. Als ich das Ding erstmals im Fernsehen gesehen hab, beschlich mich eine Frage, die mir nie beantwortet wurde: Konnte der Träger der Maske popeln? Hatte die Maske also auch Löcher für die Nase? Und jetzt kommt die Weltsensation für alle, die sich diese Frage nie zu stellen gewagt haben:

Zum Abschluss sind wir durch den Park gelaufen, in dem symbolisch der Zug der Römer druch Eisenplatten im Boden gekennzeichnet wurde, vorbei am germanischen Wall, der den Römern nur noch eine schmale Passage zwischen Moor und den feindlichen Linien übrig liess. Durch diese Taktik zwangen die Germanen die Römer, ihren Heerzug auszudünnen und somit eine extrem verwundbare Position einzunehmen. Gar nicht mal so doof für ein paar langhaarige Hippies.

Der Park hat - neben dem historischen Aspekt - eine nachdenkliche Intention über die Sinnhaftigkeit des Krieges. Das hat hier in der Umgebung von Osnabrück wohl eine Tradition. Osna ist ja bekanntlich eine der Verhandlungsorte des Westfälischen Friedens und überall in der Umgebung findet man Denkmäler für den Frieden (in Bad Essen sogar direkt neben dem Ehrenmal für “unsere braven Soldaten” -> Was denn jetzt?).

Das Museum ist jedenfalls allen historisch Interessierten sehr zu empfehlen und auch die Medientechnik-Begeisterten können hier einen Zwischenstopp machen um sich die genialen Installationen anzuschauen.

Um Fragen entgegenzuwirken: Nein, ich hab für diese Lobeshymne kein Geld vom Museum gekriegt, ich bin nur ein Geschichts-Nerd :)

Fotos hab ich natürlich auch gemacht, zu sehen in einer hässlichen PS-Gallery hier.



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